ETRS89 Umstellung in Sachsen

Seit 1. März 2014 gilt ETRS89_UTM33 als amtliches Lagereferenzsystem in Sachsen. Die Daten des amtlichen Vermessungswesens werden bis zum 30. Juni 2015 komplett in das neue Referenzsystem überführt. Umfangreiche Informationen zur Umstellung des Lagebezuges sind auf den Internetseiten des Landesvermessungsamtes Sachsen zu finden.

Was bedeutet die Umstellung des Lagereferenzsystems in Sachsen für die Nutzer von amtlichen Geodaten im allgemeinen und für Planungsbüros im speziellen ?
Neben vielen Vorteilen, die das neue amtliche Lagereferenzsystem ETRS89 UTM bietet, gibt es gegenüber dem bisher verwendeten RD83 GK und vor allem beim Übergang von einem zum anderen System ein paar Punkte zu beachten:

0.9996 - ist 1 Meter noch 1 Meter ?

Bei der Projektion der gekrümmten Erdoberfläche auf eine Ebene mittels Abbildungsgleichungen entstehen zwangsläufig Verzerrungen. Im bisher in Sachsen gültigen Referenzsystem RD83 Gauß Krüger konnten diese Verzerrungen vernachlässigt werden. Anders ist das im neuen Referenzsystem ETRS89 UTM33. mehr »

Unser Büro in Finsterwalde kann auf über 10 Jahre praktische Erfahrung bei der Arbeit mit ETRS89 UTM in Brandenburg verweisen.

Nach Einführung ETRS89 UTM werden vorwiegend folgende Fälle auftreten:

  • Es liegen Planungsdaten in RD83 3GK-Koordinaten vor, es sind Absteckwerte in ETRS89 UTM33-Koordinaten gefordert.

  • Es liegen Planungsdaten in RD83 3GK-Koordinaten vor, es sollen Bestandsdaten mit ETRS89 UTM33-Koordinaten übernommen werden.

  • Es müssen komplette Planungen, d.h. Zeichnungsdateien, Koordinatenlisten, Folgeberechnungen von RD83 3GK nach ETRS89 UTM überführt werden.

Generelle Schwierigkeiten beim Austausch von Planungs- und Vermessungsdaten sind vor allem aus folgenden Gründen zu erwarten:

  • viele CAD-Programme berücksichtigen keine Abbildungsverzerrungen

  • dadurch werden Projektierungen und Berechnungen mit Realmaßen durchgeführt

  • der Koordinatenrahmen ist aber nicht verzerrungsfrei

Was passieren kann . . .

  1. Vom Planer werden Bestandsdaten im ETRS89 UTM33 übernommen.
  2. Das eingesetzte CAD beachtet keine Reduktionsparameter.
    → Die Daten liegen auf der ETRS UTM - Koordinatenebene.
  3. Es wir in natürlichen Maßen (verzerrungsfrei) projektiert und das Projekt zur Absteckung an den Vermesser übergeben.
    → Angabe Lagebezug: ETRS89 UTM33
  4. Der Vermesser liest die Daten in eine Vermessungssoftware oder direkt in ein Vermessungsgerät in der Annahme, es handelt sich um ETRS89 UTM Koordinaten.
  5. Die eingesetzte Software beachtet Reduktionsparameter.
    → Die Korrektur wegen Projetionsverzerrung wird fälschlicherweise angebracht.
    → Die Projektgeometrie wird verzerrt und - im schlimmsten Fall - bei der Absteckung falsch in die Örtlichkeit übertragen.

Was dient der Vermeidung solcher Fehler ?

  • Kontrollberechnungen zum Vergleich zwischen Planungswerten und Werten aus Koordinaten durchführen
  • Eine projektspezifisch durchdachte Konzeption für den Übergang zwischen verschiedenen Koordinatenreferenzsystemen
    (Jetzt kommen wir in's Spiel.)
  • Vorausschauende Abstimmung mit den Projektbeteiligten (auch dem Vermesser)


Leistungen, die wir im Zusammenhang mit der ETRS89-Umstellung anbieten können:


  • Transformation von GIS und CAD - Daten von RD83 GK4/5 nach ETRS89 UTM33 und umgekehrt
  • verlustfreie Transformation von DXF-Dateien
  • Überführung von kompletten Projekten mit unterschiedlicher Datenherkunft nach ETRS89 UTM33
  • Beratung bei der Konzeption von Planungsleistungen mit Übergang des Lagebezugssystems

  • Für den Übergang von RD83 3GK nach ETRS89 UTM33 und umgekehrt nutzen wir die Gitterdateien des offiziellen NTV2- Transformationsansatzes des Staatsbetriebes Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN) oder eine 7-Parameter-Transformation mit identischen Punkten.
    Diese Ansätze garantieren die größtmögliche Genauigkeit bei der Transformation zwischen RD83 GK und ETRS89.
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    Mehr zur Projektionsverzerrung bei ETRS89 UTM - Abbildung


    Bei Berechnungen in der ETRS89 UTM - Koordinatenebene ist gegenüber RD83 GK ein Reduktionsfaktor von 0,9996 im Mittelmeridian der Projektionszone zu beachten. Der Maßstabsfaktor, der die Projektionsverzerrung zwischen Strecken in der Rechenebene und Strecken auf der Meeresoberfläche kompensiert, berechnet sich wie folgt:

    ETRS_MASSSTAB

    M      Maßstabsfaktor der Projektionsverzerrung

    Em    Mittlere Ostwert [km] einer Streckenbeobachtung

    500   Ostwertzuschlag

    Rm      Mittlerer Radius der Gaußschen Schmiegekugel (Sachsen 6383 km)

    0.9996   Spezieller UTM-Faktor


    Die Länge einer Strecke in der Örtlichkeit läßt sich sich nun aus ETRS89 UTM Koordinaten, dem Maßstabsfaktor und der Geländehöhe über dem Referenzellipsoid berechnen:


    SN    Örtliche Strecke bezogen auf die mittlere Geländehöhe im System des DHHN92

    SK   Strecke aus UTM-Koordinaten bezogen auf das System ETRS89

    M    Maßstabsfaktor der Projektionsverzerrung

    hm    Mittlere Geländehöhe über dem GRS80-Ellipsoid (NHN+40 m) [km]

    Rm    Mittlerer Radius der Gaußschen Schmiegekugel [km]


    Die Länge einer Strecke auf der ETRS UTM Projektionsebene aus örtlich gemessenen Maßen ergibt sich demnach aus:




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